Doch kein Wasserstoff
Einspeisung statt Wasserstoff
Bissl Hintergrundwissen, da hier ja ein paar Leidensgenossen mit Fotovoltaik-Überschuss mitlesen und ich es schon krass finde, dass im März (!) schon massiv Überschuss produziert wird (*). Die permanente Einspeiserei von Strom die letzten Tage hat mich dazu gebracht, dass ich nochmal bissl recherchiert habe, ob man den Überschuss nicht zur Wasserstoffproduktion nutzen kann, der dann in Flaschen gelagert wird und im Winter von einer Brennstoffzelle wieder zu Strom umgewandelt wird. Den Strom für nicht mal 8 Cent den Stadtwerken "schenken" zu müssen, ist bitter. Und belastet natürlich auch die Netze, wobei ich ja 16,5 kWh in den Speicher lade und möglichst viel auch ins Auto (wenn man aber wenig fährt wie zur Zeit, bringt des auch ned viel).
Also: Ab mit dem Strom in einen Elektrolyseur. Dazu noch ein paar Flaschen für die Lagerung und eine Brennstoffzelle für die Rückumwandlung.
Haken 1: es gibt so kleine Elektroylseure nicht für vernünftigen Preis. Flaschen und Brennstoffzellen sind wohl kein Problem mehr, aber der Elektrolyseur. Fronius hatte vor 10 Jahren mal einen Versuch gestartet, wird nimmer angeboten und erst kürzlich haben sie einen neuen Anlauf wieder eingestampft. Ich habe keine öffentliche Erklärung gefunden, warum.
Haken 2: Jetzt kommt das ultimative KO-Kriterium, warum das derzeit und wohl auf Sicht auf mehrere Jahre keinen Sinn macht: ich speise für 8 Cent ein. Bei der Umwandlung von Wasser in Wasserstoff und zurück in Strom benötigt man verdammt viel Energie: nur grob ein Drittel bleibt damit übrig. Damit also 24 Cent. Das entspricht grob dem aktuellen Strompreis. Da ist dann aber noch kein Cent der Anlage amortisiert.
Fazit: schau ma mal, ob die Energiewende nicht doch langfristig zu stabilen/sinkenden Strompreisen führt. Dann lohnt sich das Thema für Einfamilienhäuser wohl nie. Falls Strompreise doch deutlich steigen und die Wasserstoffproduktion für Einfamilienhäuser deutlich günstiger wird, kann man ja nochmal rechnen.
Derweil überlasse ich das Thema mal den großen Wind- und Solarparks: die sollten sofort dazu verdonnert werden, dass Überschussstrom in Elektrolyseur vor Ort gejagt werden muss und es für Abschaltung nur noch ganz geringen EEG-Ausgleich gibt. Damit würde man zwei Probleme gleichzeitig lösen: Überrendite auf Kosten der Allgemeinheit wird abgeschafft und wir schaffen für die Nacht/den Winter Strom aus erneuerbaren Energien.
(*) Die Wärmepumpe ist sg ready und Fotovoltaikelektriker hat mir dafür ein Relais installiert. Viessmann hat das in der Wärmepumpe aber noch nicht aktivert.
sg ready (smart grid) bedeutet: die Wärmepumpe bekommt von der Fotovoltaiksteuerung bei Überschuss (vorm Einspeisen) über ein Relais ein Signal: Speicher ist voll, Auto hängt nicht dran oder ist auch voll, es kommt grad mehr vom Dach als im Haus verbraucht wird: leg los und produziere auf Vorrat Wärme für die Nacht. Das kann ich anhand der Daten aus der Fotovoltaikapp schon ganz klar sagen: das wird der ultimative Eigenverbrauchsburner. Es war jetzt mehrmals so, dass tagsüber Überschuss war, es aber in der Nacht so kalt war, dass der Stromspeicher nicht gereicht hat. Billiger geht es nicht: Einspeisestrom für 8 Cent pro kWh in die Wärmepumpe zu jagen, die aus einer kWh auch noch 4 (Warmwasser) bzw. 5 kWh (Wärme) thermische Energie macht :-)
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